Um Mitternacht entsteht ein sehr großer Aufruhr im Vestatempel.
Mit größter Schnelligkeit verbreitet sich diese neue Sache durch die ganze Stadt:
Das ewige Feuer der Vesta ist erloschen!
Der Oberpriester erkennt, dass dies der Untergang der ganzen Stadt sei wird, er steht sofort von seinem Bett auf und eilt zum Tempel der Vesta.
Eine große Menschenmenge, welche vom lauten Geschrei aufgeweckt wurde folgt jenem:
Sie wollen die Sache sehen, denn auch sie weinen, da sie glauben, dass der Priester dieses Vergehen sofort mit dem Tod bestrafen würde.
Der oberste Priester stellt sich vor der Tür des Tempels auf --- denn es ist für Männer nicht erlaubt, in der Nacht in den Tempel hineinzugehen --- und er erwartet die jungfräuliche Oberpriesterin, diese kam sofort und wechselte einige Wörter mit dem Oberpriester.
Sie rief die Jungfrau Aemilia, der sie die Aufsicht des ewigen Feuers in dieser Nacht erteilt hatte.
Aemilia kam und hielt in Rechten Schöpfgefäße fest, obwohl sie vor Tränen beinahe nicht sprechen konnte, erzählte sie dem obersten Priester die ganze Sache:
Mein Name ist Aemilia.
Ich übe schon beinahe 30 Jahre das Amt der jungen Mädchen der Vestalin für das Wohlergehen der Bürgerschaft aus.
Immer habe ich die Vorschriften beachtet, welche den jungen Frauen der Vesta gegeben worden war:
Ich habe nie einen Mann berührt, immer lag mir das Wohlergehen des Staates am Herzen.
In der Letzten Nacht wurde mir die Aufsicht des Feuers übergeben.
„Ich habe befohlen, dass Aurelia, welche ich in der Lehre der jungfräulichen Vestalin ausbilde, das Feuer mit Sorgfalt zu beobachten.
Nun verstehe ich, das dies ein Fehler war; als ich zum Herd zurückkehrte, sah ich, dass Aemilia schlief und das Feuer erloschen war.“
Obwohl diese Worte den obersten Priester sehr bewegten, urteilt er trotzdem:
„Du hast schwere Schuld. Du wirst deine Fehler büßen, folge mir!“
Aemilia, welche an Rettung zweifelt, geht zum Heiligtum heran und betet: „Vesta, Wächterin der Stadt Rom, falls ich mein amt immer ausgeübt habe, hilf mir!
Lasse nicht zu, dass ich mit dem Tod bestraft werde!
Wenn ich aber nicht die Pflichten der Vesta getan habe, bin ich zum Tod bereit!“
An diesem Ort, riss sie sich ein Teil ihres Kleides ab und warf es in den Herd.
Sobald die Menschen dieses sahen, bewegten sich alle Augen zum Herd:
Dort leuchteten die Flammen wieder auf.
Dieses glückliche Vorzeichen, erfreute jeden, der dort war, denn die Göttin zeigte, das Aemilia von aller Schuld frei war.